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Inhaltsbereich

Kanamycin-POS® Augentropfen

Kanamycinsulfat

URSAPHARM Arzneimittel GmbH
PZN:
04421460

Inhaltsangabe

Gebrauchsinformation: Information für den Anwender

Kanamycin-POS 6,2 mg / ml Augentropfen

Wirkstoff: Kanamycinmonosulfat (Ph.Eur.)

Lesen Sie die gesamte Packungsbeilage sorgfältig durch, bevor Sie mit der Anwendung dieses Arzneimittels beginnen, denn sie enthält wichtige Informationen.

  • Heben Sie die Packungsbeilage auf. Vielleicht möchten Sie diese später nochmals lesen.

  • Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.

  • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.

1. Was ist Kanamycin-POS und wofür wird es angewendet?

Kanamycin-POS sind antibakteriell wirkende Augentropfen.

Kanamycin-POS wird zur lokalen Therapie bakterieller Infektionen der Lid-, Binde- und Hornhaut durch Kanamycin-empfindliche Keime, bei Wunden des äußeren Auges, Verätzungen und Verletzungen und nach operativen Eingriffen angewendet.

2. Was sollten Sie vor der Anwendung von Kanamycin-POS beachten?

Kanamycin-POS darf nicht angewendet werden,

wenn Sie allergisch gegen Kanamycinsulfat oder einen der in Abschnitt 6. genannten sonstigen Bestandteile von Kanamycin-POS sind.

Eine mögliche Parallelallergie mit anderen Aminoglykosiden ist zu beachten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie Kanamycin-POS anwenden.

Besondere Vorsicht bei der Anwendung von Kanamycin-POS ist erforderlich,

wenn Sie Kontaktlinsen tragen. Wenn trotz der bestehenden Augenerkrankung ärztlicherseits keine Bedenken gegen das Tragen von Kontaktlinsen bestehen, sollten die Kontaktlinsen vor der Anwendung von Kanamycin-POS vom Auge genommen werden und erst ca. 20 Minuten nach Applikation der Augentropfen wieder eingesetzt werden.

Kinder und Jugendliche

Wenden Sie dieses Arzneimittel nicht bei einem Kind unter 2 Jahren an, da es Bor enthält und später die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann.

Anwendung von Kanamycin-POS zusammen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Bei lokaler Therapie in der empfohlenen Dosierung sind Wechselwirkungen mit anderen Mitteln kaum zu erwarten.

Das Erreichen relevanter systemischer Konzentrationen von Kanamycin kann zu folgenden Wechselwirkungen führen:

  • Verstärkung der nephrotoxischen Wirkung von Methoxyfluran, Cephalosporinen und Schleifendiuretika (Furosemid, Etacrynsäure), Verstärkung der ototoxischen Wirkung anderer ototoxischer Arzneimittel, wie z. B. der Schleifendiuretika,

  • Verstärkung der neuromuskulär-blockierenden Eigenschaften von Muskelrelaxantien
    ((-)-Tubocurarin, Suxamethonium, Pancuronium) und Ether.

Kanamycin kann in Lösung durch Betalactam-Antibiotika inaktiviert werden.

Hinweis:

Falls Sie zusätzlich andere Augentropfen oder Augensalben anwenden, sollten Sie einen zeitlichen Abstand von 15 Minuten zwischen den Anwendungen der einzelnen Präparate einhalten. Augensalben sollten Sie stets als letztes anwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Kanamycin-POS darf während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden, da bei lokaler Anwendung geringer Mengen am Auge nicht mit systemisch-toxischen Wirkungen zu rechnen ist.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Es sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.

3. Wie ist Kanamycin-POS anzuwenden?

Wenden Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt an. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die empfohlene Dosis:

1 Tropfen mehrmals täglich (tagsüber alle 2 bis 3 Stunden) in den Bindehautsack eintropfen.

Augentropfen sollten grundsätzlich so angewendet werden, dass ein Kontakt des Tropfers mit Auge oder Gesichtshaut vermieden wird. Schrauben Sie die Schutzkappe ab, legen Sie den Kopf etwas zurück, ziehen Sie das Unterlid etwas vom Auge ab und bringen Sie durch leichten Druck auf die Flasche einen Tropfen in den Bindehautsack. Schließen Sie langsam die Augenlider. Nach Gebrauch soll die Flasche wieder sorgfältig verschlossen werden.

Die genaue Behandlungsdauer bestimmt Ihr Arzt, der in Abständen, abhängig von der Schwere des Krankheitsbildes, die Wirksamkeit kontrolliert und über die Fortsetzung der Anwendung oder Änderung der Therapie entscheidet.

Nach 5 - 7 Tagen ist die Infektion normalerweise abgeklungen. Die Behandlung sollte dann noch zusätzlich für 2 - 3 Tage fortgesetzt werden. Nur in begründeten Fällen darf die Anwendungsdauer 14 Tage überschreiten.

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung von Kanamycin-POS zu stark oder zu schwach ist.

Anwendung bei Kindern und Jugendlichen

Falls vom Arzt nicht anders verordnet, darf Kanamycin-POS bei Kindern über 2 Jahren und Jugendlichen in der empfohlenen Dosis angewendet werden.

Wenn Sie eine größere Menge Kanamycin-POS angewendet haben, als Sie sollten

sind keine besonderen Maßnahmen erforderlich. Eine kurzfristige Überdosierung von Kanamycin-POS führt zu keinen bekannten Nebenwirkungen. Sollte z. B. ein Kind die Lösung trinken, besteht keine Gefahr einer Vergiftung.

Wenn Sie die Anwendung von Kanamycin-POS vergessen haben,

wenden Sie nicht die doppelte Menge an, sondern holen Sie die Anwendung so schnell wie möglich nach, und dosieren Sie anschließend mit gleicher Menge und im gleichen Zeitabstand/Rhythmus wie oben angegeben bzw. von Ihrem Arzt verordnet weiter.

Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung des Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

4. Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Bei den Häufigkeitsangaben zu Nebenwirkungen werden folgende Kategorien zugrunde gelegt:

Sehr häufig:

mehr als 1 Behandelter von 10

Häufig:

1 bis 10 Behandelte von 100

Gelegentlich:

1 bis 10 Behandelte von 1.000

Selten:

1 bis 10 Behandelte von 10.000

Sehr selten: weniger als 1 Behandelter von 10.000

Nicht bekannt: Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.

Mögliche Nebenwirkungen:

In seltenen Fällen können Überempfindlichkeitsreaktionen (Fieber, starker Juckreiz der Haut [Pruritus], entzündlicher Hautausschlag [Exanthem], Vermehrung der Eosinophilen im Blut (Eosinophile gehören zur Gruppe der weissen Blutkörperchen) [Eosinophilie], schmerzhafte Schwellung der Gefäße von Haut und Schleimhaut [Angioödem], entzündliche allergische Hautreaktion [Kontaktdermatitis], Nesselsucht [Urtikaria]) auftreten, wodurch ein Absetzen des Präparates erforderlich wird. Des Weiteren kann es im Rahmen der Behandlung zum Auftreten unempfindlicher Keime kommen. Entsprechend anderer Antibiotika kann bei längerem Gebrauch eine zusätzliche Infektion mit nicht kanamycin-empfindlichen Erregern auftreten.

Meldung von Nebenwirkungen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, Abt. Pharmakovigilanz, Kurt-Georg-Kiesinger Allee 3, D-53175 Bonn, Webseite: www.bfarm.de anzeigen.

Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.

5. Wie ist Kanamycin-POS aufzubewahren?

Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.

Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Etikett und Umkarton angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.

Nicht über 25 °C lagern.

Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z.B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden sie unter www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung.

Hinweis auf Haltbarkeit nach Anbruch

Kanamycin-POS ist nach Anbruch 4 Wochen verwendbar.

6. Inhalt der Packung und weitere Informationen

Was Kanamycin-POS enthält

Der Wirkstoff ist Kanamycinmonosulfat (Ph.Eur.) 6,2 mg/ml (entsprechend Kanamycin 5,0 mg).

Die sonstigen Bestandteile sind Borsäure, Natriumtetraborat 10 H2O, Wasser für Injektionszwecke.

Wie Kanamycin-POS aussieht und Inhalt der Packung

Kanamycin-POS sind klare, farblose Augentropfen, die in 10 ml Kunststoffflaschen mit Schraubverschluss abgefüllt sind. Aus produktionstechnischen Gründen ist die Flasche nur mit 5 ml Lösung gefüllt.

Jede Packung enthält 1 Kunststoffflasche mit Schraubverschluss.

Die Abfüllung erfolgt unter ständiger Kontrolle, so dass eine Minderfüllung der Flaschen ausgeschlossen ist.

Pharmazeutischer Unternehmer und Hersteller

URSAPHARM Arzneimittel GmbH, Industriestr., D-66129 Saarbrücken, Tel.: 06805/92 92-0,

Fax: 06805/92 92-88, E-Mail: info@ursapharm.de

Diese Gebrauchsinformation wurde zuletzt überarbeitet im September 2020.

Weitere Darreichungsformen:

Kanamycin-POS 6,2 mg/g Augensalbe, 2,5 g Augensalbe

Weitere Informationen zu diesem Präparat sind unter www.ursapharm.de verfügbar.


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