Tiaprid NIO 200 mg Tabletten
Tiaprid
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Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dieses Arzneimittel wurde Ihnen persönlich verschrieben. Geben Sie es nicht an Dritte weiter. Es kann anderen Menschen schaden, auch wenn diese die gleichen Beschwerden haben wie Sie.
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Siehe Abschnitt 4.
Tiaprid NIO wird angewendet zur Behandlung von unwillkürlichen, rhythmischen Bewegungsstörungen (Neuroleptika-induzierte Spätdyskinesien), die durch andere Arzneimittel aus der Gruppe der Antipsychotika ausgelöst wurden und die vorwiegend die Mund-, Gesichts- und Zungenmuskulatur betreffen.
Antipsychotika sind Arzneimittel, die meist zur Behandlung von Zuständen mit gestörter Wahrnehmung der Wirklichkeit (Psychosen) eingesetzt werden. Antipsychotika können ihrerseits als Nebenwirkungen Bewegungsstörungen verursachen, die als „Spätdyskinesien“ bezeichnet werden. Tiaprid gehört zwar auch zur Gruppe der Antipsychotika, wirkt aber gegen Bewegungsstörungen, die durch andere Arzneimittel dieser Gruppe verursacht wurden.
Tiaprid NIO darf nicht eingenommen werden,
wenn Sie allergisch gegen Tiaprid oder einen der in Abschnitt 6 genannten sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
wenn Sie an einem Tumor leiden, der von dem Hormon Prolaktin abhängig ist (z. B. hypophysäres Prolaktinom und Brustkrebs).
wenn Sie an einem Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom) leiden.
wenn Sie gleichzeitig mit Levodopa behandelt werden.
wenn Sie gleichzeitig mit anderen sogenannten Dopaminagonisten behandelt werden, außer wenn bei Ihnen eine Parkinson-Erkrankung bekannt ist (siehe auch unter „Einnahme von Tiaprid NIO zusammen mit anderen Arzneimitteln“).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Tiaprid NIO einnehmen
wenn Sie Herzprobleme haben wie z. B.
sehr langsamer Herzschlag mit weniger als 55 Schlägen pro Minute (Bradykardie)
anormaler Herzrhythmus in der Vorgeschichte (sichtbar im Elektrokardiogramm [EKG] des Herzens)
im EKG sichtbare Veränderungen der elektrischen Aktivität des Herzens (QT-Verlängerung) in der Vorgeschichte
wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, die eine langsame Herzfrequenz verursachen können (siehe auch unter „Einnahme von Tiaprid NIO zusammen mit anderen Arzneimitteln“)
wenn Sie Störungen des Elektrolythaushaltes haben, vor allem einen niedrigen Kaliumspiegel
wenn bei Ihnen eine Einschränkung der Nierenfunktion vorliegt. In diesem Fall wird Ihre Dosis möglicherweise vom Arzt vermindert werden (siehe Abschnitt 3). Bei starker Einschränkung der Nierenfunktion sollte Ihr Arzt die Behandlung mit Tiaprid NIO bei Ihnen beenden.
wenn Sie an Epilepsie leiden, da Antipsychotika wie Tiaprid NIO die Neigung zu Krampfanfällen erhöhen können
wenn bei Ihnen Fieber, Muskelsteifigkeit oder eines der nachfolgenden Symptome auftritt: vegetative Störungen wie Blässe, Schweißausbrüche, Kreislaufinstabilität oder Bewusstseinstrübung und erhöhte Kreatinphosphokinase-(CPK-)Werte. Es kann sich hierbei um ein „malignes neuroleptisches Syndrom“ handeln, das unter Umständen einen tödlichen Ausgang nehmen kann. Bei diesen Symptomen müssen Sie sich sofort an Ihren behandelnden Arzt wenden.
wenn bei Ihnen eine Parkinson-Erkrankung bekannt ist
wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn Arzneimittel wie Tiaprid NIO werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht
wenn Sie ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko aufgrund eines erhöhten Blutdruckes oder einer vorübergehenden Verringerung der Blutversorgung des Gehirns haben
wenn Sie älter sind und Demenz haben, da in dieser Patientengruppe ein geringer Anstieg in der Anzahl der Todesfälle bei Patienten, die mit Antipsychotika behandelt wurden, im Vergleich mit denjenigen, die keine Antipsychotika einnahmen, berichtet wurde
wenn bei Ihnen oder in Ihrer Familie Brustkrebs in der Vergangenheit aufgetreten ist. Ihr Arzt wird regelmäßige Untersuchungen in einem solchen Fall vornehmen.
Eine Behandlung mit Tiaprid NIO kann zu einer Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie) führen, die lebensbedrohend sein kann (Agranulozytose). Bei Anzeichen einer Infektion oder Fieber wenden Sie sich unverzüglich an Ihren Arzt. In solch einem Fall müssen Blutuntersuchungen durchgeführt werden.
Informieren Sie Ihren Arzt, wenn eine der oben genannten Aussagen auf Sie zutrifft oder in der Vergangenheit zutraf.
Ältere Patienten
Tiaprid NIO sollte bei älteren Patienten mit besonderer Vorsicht angewendet werden, da es zu einem verminderten Bewusstseinszustand und Koma kommen kann.
Kinder
Tiaprid NIO wird aufgrund von fehlender Erfahrung nicht für die Anwendung bei Kindern empfohlen.
Einnahme von Tiaprid NIO zusammen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
Folgende Arzneimittel können die Wirkung von Tiaprid NIO besonders beeinflussen oder in ihrer Wirkung von Tiaprid NIO besonders beeinflusst werden:
Arzneimittel, die unter „Tiaprid NIO darf nicht eingenommen werden“ aufgeführt sind:
Levodopa
andere sogenannte Dopaminagonisten wie Cabergolin, Quinagolid, außer wenn bei Ihnen eine Parkinson-Erkrankung bekannt ist
Die Wirkungen der beiden Arzneimittel heben sich gegenseitig auf.
Die gleichzeitige Einnahme von Tiaprid NIO mit folgenden Arzneimitteln wird nicht empfohlen, es sei denn, Ihr Arzt hält die Einnahme für erforderlich:
bestimmte andere Antipsychotika (Arzneimittel zur Behandlung von seelischen/psychischen Erkrankungen) wie z. B. Pimozid, Sultoprid, Pipothiazin, Sertindol, Veraliprid, Chlorpromazin, Levomepromazin, Trifluoperazin, Cyamemazin, Sulpirid, Haloperidol, Droperidol, Fluphenazin, Pipamperon, Zuclopenthixol, Flupentixol, Thioridazin
bestimmte Arzneimittel zur Behandlung eines unregelmäßigen Herzschlags, z. B. Chinidin, Hydrochinidin, Disopyramid, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid, Ibutilid
Arzneimittel, die eine Verlangsamung der Herzschlagfolge verursachen können, z. B.
Betablocker
einige Kalziumkanalblocker wie Diltiazem und Verapamil
Herzglykoside (Digitalis)
Cholinesterasehemmer
Pilocarpin, in Augentropfen oder Arzneimitteln zur Behandlung von Mundtrockenheit
Clonidin, ein Arzneimittel gegen Bluthochdruck
Guanfacin, ein Arzneimittel zur Behandlung von z. B. Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS)
Arzneimittel, die eine Erniedrigung des Kaliumspiegels im Blut verursachen können, wie z. B.
einige Diuretika („Wassertabletten“)
bestimmte Abführmittel
Glukokortikoide (Arzneimittel zur Behandlung von Entzündungen)
Amphotericin B bei intravenöser Gabe (Arzneimittel zur Behandlung von Pilzerkrankungen)
Tetracosactid (zur Bestimmung der Funktion der Nebennierenrinde)
Bevor Sie Tiaprid NIO einnehmen, sollten Ihre Kaliumspiegel im Blut korrigiert werden.
Arzneimittel zur Behandlung von Malaria (Halofantrin, Lumefantrin)
bestimmte Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen wie Erythromycin oder Spiramycin (bei intravenöser Behandlung), Moxifloxacin, Sparfloxacin, Pentamidin
Vincamin bei intravenöser Gabe (Arzneimittel zur Verbesserung des Blutflusses im Gehirn)
Methadon (Arzneimittel zur Behandlung der Abhängigkeit von Arzneimitteln aus der Gruppe der sogenannten Opioide)
bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen wie z. B. trizyklische Antidepressiva
Lithium (ein Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Arten von psychiatrischen Erkrankungen)
Bepridil (ein Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Herzprobleme)
Cisaprid (ein Arzneimittel zur Behandlung von Magen- oder Darm-Problemen)
Diphemanil (ein Arzneimittel zur Behandlung von bestimmten Magenproblemen oder von einem sehr langsamen Herzschlag)
Mizolastin (ein Arzneimittel zur Behandlung von Allergien)
Die Anwendung von diesen Arzneimitteln (mit Ausnahme von Arzneimitteln zur Behandlung von Infektionskrankheiten) sollte, wenn möglich, durch Ihren Arzt beendet werden, da ein erhöhtes Risiko für eine Veränderung im EKG (QT-Verlängerung) und damit verbundenen Herzrhythmusstörungen besteht. Wenn eine gleichzeitige Behandlung nicht vermieden werden kann, sollte Ihr Arzt die Reizleitung am Herzen mittels EKG (QT-Intervall) vor und während der Behandlung überprüfen.
sogenannte Dopaminagonisten (wie z. B. Amantadin, Apomorphin, Bromocriptin, Entacapon, Lisurid, Pergolid, Piribedil, Pramipexol, Ropinirol, Selegilin), mit Ausnahme von Levodopa (siehe „Tiaprid NIO darf nicht eingenommen werden“)
Wenn Sie als Parkinson-Patient Dopaminagonisten nehmen und die Anwendung von Tiaprid NIO nicht vermieden werden kann, sollte der Dopaminagonist von Ihrem Arzt langsam abgesetzt werden.
Informieren Sie Ihren Arzt, bevor Sie Tiaprid NIO einnehmen, wenn Sie bereits eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:
Betablocker, die bei einer „Herzschwäche“ verabreicht werden, wie Bisoprolol, Carvedilol, Metoprolol, Nebivolol. Ihr Arzt wird Ihre Herzfunktion überprüfen.
Bei gleichzeitiger Verabreichung von Arzneimitteln gegen Bluthochdruck (Antihypertensiva) kann das Risiko eines Blutdruckabfalls beim Wechsel in die aufrechte Körperlage (sogenannte orthostatische Hypotonie) erhöht sein.
andere Arzneimittel, die eine dämpfende Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben:
einige Antidepressiva (Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen) wie z. B. Amitriptylin, Doxepin, Mianserin, Mirtazapin, Trimipramin
Betäubungsmittel (schmerzstillende Mittel, Arzneimittel gegen Husten, die Opioide wie z. B. Codein enthalten, Arzneimittel für eine Drogenersatztherapie)
Barbiturate (Arzneimittel zur Behandlung von Krampfanfällen)
Hypnotika wie z. B. Benzodiazepine (Arzneimittel, die unter anderem zur Behandlung von Schlaflosigkeit eingesetzt werden)
Anxiolytika (Arzneimittel zur Behandlung von Angstzuständen)
Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von seelischen/psychischen Störungen)
bestimmte H1-Antihistaminika (Arzneimittel, die unter anderem zur Behandlung von Allergien eingesetzt werden)
Clonidin und verwandte Substanzen, Arzneimittel gegen Bluthochdruck
Baclofen (Arzneimittel zur Muskelrelaxation)
Thalidomid (Arzneimittel zur Behandlung von Krebs)
Pizotifen (Arzneimittel zur Behandlung von migräneartigen Kopfschmerzen)
Die dadurch verminderte Aufmerksamkeit kann die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen.
Betablocker, die gegen Bluthochdruck oder Herzerkrankungen verabreicht werden (mit Ausnahme von Esmolol, Sotalol und Betablockern, die bei Herzschwäche gegeben werden [siehe oben]). Durch die verstärkte Wirkung auf die Erweiterung der Blutgefäße besteht ein erhöhtes Risiko eines Blutdruckabfalls, insbesondere beim Aufstehen.
Nitratverbindungen wie z. B. Isosorbiddinitrat (Arzneimittel zur Behandlung von Herzerkrankungen wie Angina pectoris)
sogenannte Anticholinergika (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Erkrankung) wie z. B. Biperiden. Diese Arzneimittel können die Wirkung von Tiaprid NIO abschwächen.
Bitte beachten Sie, dass diese Beeinträchtigungen auch auftreten können, wenn Sie eines dieser Arzneimittel kurz vor Tiaprid NIO eingenommen haben.
Einnahme von Tiaprid NIO zusammen mit Alkohol
Alkohol verstärkt die beruhigende Wirkung von Tiaprid NIO. Der Genuss von alkoholischen Getränken und die Einnahme von Alkohol enthaltenden Zubereitungen sollten vermieden werden.
Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
Schwangerschaft
Tiaprid NIO wird während der Schwangerschaft und für Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Empfängnisverhütung anwenden, nicht empfohlen.
Es liegen nur unzureichende Daten über die Anwendung von Tiaprid NIO bei Schwangeren vor.
Im späten Stadium der Schwangerschaft kann die Einnahme von Tiaprid NIO, insbesondere hoher Dosen, bei gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln gegen Parkinson eine Beschleunigung des Herzschlages, Übererregbarkeit, ein Spannungsgefühl im Bauch, eine verzögerte erste Darmentleerung des Neugeborenen sowie eine Sedierung auslösen.
Bei neugeborenen Babys von Müttern, die Tiaprid im letzten Trimenon (letzte 3 Monate der Schwangerschaft) einnahmen, können folgende Symptome auftreten: Zittern, Muskelsteifheit und/oder -schwäche, Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit, Atembeschwerden und Schwierigkeiten beim Stillen. Wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.
Tiaprid soll deshalb während der gesamten Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt angewendet werden.
Antipsychotika werden meist zur Behandlung von Zuständen mit gestörter Wahrnehmung der Wirklichkeit (Psychosen), aber auch bei Übelkeit und Erbrechen, anderen Störungen und - wie bei Tiaprid - Bewegungsstörungen eingesetzt.
Aufgrund mangelnder Erfahrung sollte Tiaprid NIO während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, Ihr Arzt hält es für absolut notwendig.
Stillzeit
Sie sollten während der Behandlung mit Tiaprid NIO nicht stillen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die beste Art und Weise, Ihr Baby zu füttern, wenn Sie Tiaprid NIO einnehmen.
Fortpflanzungsfähigkeit
Tiaprid NIO kann den Prolaktinspiegel im Blut erhöhen, wodurch es zu einem Ausbleiben der Regelblutung oder des Eisprungs sowie zu einer beeinträchtigten Fruchtbarkeit kommen kann (siehe Abschnitt 4).
Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
Tiaprid NIO kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch Sedierung hervorrufen und somit das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
Abhängig von der Art Ihrer Beschwerden wird Ihr Arzt entscheiden, wie und in welcher Dosierung Sie Tiaprid NIO einnehmen sollen. Falls vom Arzt nicht anders verordnet, nehmen Erwachsene in der Regel 3-mal täglich ½-1 Tablette (entsprechend 300-600 mg Tiaprid täglich) ein. Wenn Sie eine eingeschränkte Nierenfunktion haben, sollte Ihre Dosis vom Arzt entsprechend reduziert werden.
Die Dauer der Behandlung hängt in hohem Maße davon ab, wie gut Sie auf die Therapie mit Tiaprid NIO ansprechen.
Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.
Die Tabletten sollten vorzugsweise mit etwas Flüssigkeit (z. B. einem Glas Wasser) nach den Mahlzeiten eingenommen werden.
Der Therapieerfolg zeigt sich eventuell erst nach 4-6 Wochen Behandlungsdauer.
Wenn Sie eine größere Menge von Tiaprid NIO eingenommen haben als Sie sollten
Benachrichtigen Sie umgehend einen Arzt, damit er erforderliche Maßnahmen einleiten kann.
Die Erfahrungen mit Überdosierungen von Tiaprid sind begrenzt. Die Einnahme hoher Dosen weit über dem therapeutischen Bereich (3.000-4.000 mg anstatt der verordneten 300-600 mg) führte zu keinen schweren und nicht rückgängig zu machenden Folgeerscheinungen. Schwindelgefühl, schnelle Ermüdbarkeit, Koma (Bewusstlosigkeit), Blutdrucksenkung und Bewegungsstörungen können im Zusammenhang mit einer Überdosierung auftreten. Vor allem bei Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln, die einen Einfluss auf das Gehirn haben, wurde über Todesfälle berichtet.
Treten solche Krankheitszeichen auf, ist umgehend ein Arzt zu informieren, der über den Schweregrad und die gegebenenfalls erforderlichen weiteren Maßnahmen entscheidet.
Wenn Sie die Einnahme von Tiaprid NIO vergessen haben
Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Bitte nehmen Sie bei der nächsten Einnahme das Arzneimittel so ein, wie es Ihnen verordnet wurde.
Wenn Sie die Einnahme von Tiaprid NIO abbrechen
Falls Sie die Behandlung mit Tiaprid NIO unterbrechen oder beenden wollen, wenden Sie sich bitte vorher an Ihren behandelnden Arzt. Sie können sonst den Behandlungserfolg gefährden.
Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Schwerwiegende Nebenwirkungen
Beenden Sie sofort die Einnahme von Tiaprid NIO und kontaktieren Sie unverzüglich Ihren Arzt, wenn Sie eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen bemerken oder vermuten. Möglicherweise ist eine umgehende medizinische Behandlung nötig.
Fieber, Muskelsteifigkeit oder eines der nachfolgend genannten Symptome: Störungen des autonomen Nervensystems wie Blässe, Schweißausbrüche, Kreislaufinstabilität, Bewusstseinstrübung und erhöhte Creatinphosphokinase-(CPK-)Werte. Es kann sich hierbei um ein „malignes neuroleptisches Syndrom“ handeln, das unter Umständen einen tödlichen Ausgang nehmen kann.
Infektion mit Symptomen wie Fieber und allgemeinem Unwohlsein oder Fieber mit lokalen Infektionszeichen wie Schmerzen im Hals-, Rachen- oder Mundraum oder Probleme beim Wasserlassen. Dies kann Zeichen einer schwerwiegenden Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) sein. Ihr Arzt wird möglicherweise die Anzahl Ihrer weißen Blutkörperchen überprüfen.
ein Gefühl von Herzklopfen oder unregelmäßigem Herzschlag. Ihr Arzt wird möglicherweise ein EKG durchführen, um Ihren Herzrhythmus zu messen.
Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine), die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein.
Bewegungsstörungen (Spätdyskinesien) nach einer längeren Behandlungsdauer (mehr als 3 Monate), die durch rhythmische, unwillkürliche Bewegungen vornehmlich der Zunge und/oder der Gesichtsmuskulatur gekennzeichnet sind. Tiaprid kann selbst Bewegungsstörungen (Spätdyskinesien) verursachen, obwohl es zu deren Therapie eigentlich eingesetzt wird (siehe Abschnitt 1). Antiparkinsonmittel, die oft bei Bewegungsstörungen angewendet werden, sollen bei der Entwicklung von Spätdyskinesien nicht eingesetzt werden, da sie unwirksam sind und die Symptome sogar noch verstärken können.
Nebenwirkungen können mit den folgenden Häufigkeiten auftreten:
Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen)
erhöhte Blutspiegel des Hormons Prolaktin, die die Ursache für weitere Erkrankungen sein können. Demzufolge können selten eine Vergrößerung der Brust, Brustschmerzen, eine Vergrößerung der Brustdrüse und Milchfluss (Gynäkomastie, Galaktorrhö), Potenzstörungen/Impotenz beim Mann, gelegentlich Zyklusstörungen (Dysmenorrhö, Amenorrhö) bei der Frau und Orgasmusstörungen beim Mann auftreten.
gesteigerte körperliche Erregbarkeit (Agitiertheit), Teilnahmslosigkeit (Apathie), Benommenheit, Schläfrigkeit und Schlaflosigkeit
Schwindel/Vertigo, Kopfschmerzen
sogenannte extrapyramidale Beschwerden wie bei der Parkinson-Erkrankung (Zittern, Steifigkeit, erhöhter Muskeltonus, Bewegungsminderung und vermehrter Speichelfluss). Diese Symptome bilden sich in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums zurück.
Schwächegefühl, Müdigkeit
Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen)
Dystonie (Muskelkrämpfe, Schiefhals, Blickkrämpfe, Kiefersperre) und Unvermögen ruhig zu sitzen (Akathisie). Diese Symptome bilden sich in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums zurück.
Verwirrtheit, Halluzination
Ohnmacht, Krampfanfall
Blutdruckabfall, im Allgemeinen beim Aufstehen
Blutgerinnsel in den Venen, vor allem in den Beinen (mit Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine). Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein (siehe Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Tiaprid NIO beachten?“).
Verstopfung (siehe Abschnitt 2, Absatz „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“)
Hautausschlag (einschließlich mit Hautrötung einhergehend oder knotig-fleckiger Hautausschlag)
Gewichtszunahme
Selten (kann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen)
Bewusstseinsverlust
Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie, Neutropenie, Agranulozytose)
erniedrigte Natriumspiegel im Blut, erhöhte Spiegel des antidiuretischen Hormons (Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion, SIADH)
Frühdyskinesien, Diese Symptome bilden sich in der Regel nach Gabe eines Anticholinergikums zurück.
Nach einer längeren Behandlungsdauer (mehr als 3 Monate) wurde, wie bei allen Arzneimitteln zur Behandlung von seelischen/psychischen Störungen (Neuroleptika), über das Auftreten von Spätdyskinesien, die durch rhythmische, unwillkürliche Bewegungen vornehmlich der Zunge und/oder der Gesichtsmuskulatur gekennzeichnet sind, berichtet. Treten solche Bewegungsstörungen auf, ist umgehend ein Arzt zu informieren, der über die erforderlichen Maßnahmen entscheidet. Als Gegenmittel sollen Antiparkinsonmittel nicht eingesetzt werden, da sie unwirksam sind oder die Symptome verstärken können.
Wie bei allen Neuroleptika kann ein malignes neuroleptisches Syndrom auftreten, das unter Umständen einen tödlichen Ausgang nehmen kann (siehe unter Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Tiaprid NIO beachten?“).
Fälle von Reizleitungsstörungen am Herzen (QT-Verlängerungen) sowie von schwerwiegenden Herzrhythmusstörungen (wie Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardien) bis hin zu Kammerflimmern oder Herzstillstand und plötzlichem Tod wurden berichtet (siehe auch unter Abschnitt 2. „Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen“ und „Einnahme von Tiaprid NIO zusammen mit anderen Arzneimitteln“).
Blutgerinnsel, die möglicherweise über die Blutbahn in die Lunge gelangen und dort Brustschmerzen sowie Schwierigkeiten beim Atmen verursachen können. Wenn Sie eines dieser Symptome bei sich beobachten, holen Sie bitte unverzüglich ärztlichen Rat ein (siehe Abschnitt 2. „Was sollten Sie vor der Einnahme von Tiaprid NIO beachten?“). Lungenembolien können manchmal tödlich verlaufen.
bestimmte Formen der Lungenentzündung, die durch versehentliches Einatmen von z. B. Nahrung oder Flüssigkeit ausgelöst wird (Aspirationspneumonie), beeinträchtigte Atmung (Atemdepression)
Blockierung im Darm, Darmverschluss, Ileus (verminderte Darmmotilität)
erhöhte Leberenzymwerte
Hautausschlag (Nesselsucht)
erhöhte Kreatinphosphokinase-Werte im Blut, Zerstörung von Muskelfasern und Schmerzen in den Muskeln (Rhabdomyolyse)
Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar)
extrapyramidale Symptome des Neugeborenen, Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen (siehe Abschnitt 2 „Schwangerschaft, Stillzeit und Fortpflanzungsfähigkeit“)
Sturz, insbesondere bei älteren Patienten
Meldung von Nebenwirkungen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht in dieser Packungsbeilage angegeben sind. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
Abt. Pharmakovigilanz
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 3
D-53175 Bonn
Website: https://www.bfarm.de
anzeigen. Indem Sie Nebenwirkungen melden, können Sie dazu beitragen, dass mehr Informationen über die Sicherheit dieses Arzneimittels zur Verfügung gestellt werden.
Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf.
Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf der Faltschachtel und der Blisterpackung nach „verwendbar bis“ oder „verw. bis“ angegebenen Verfallsdatum nicht mehr verwenden. Das Verfallsdatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats.
Für dieses Arzneimittel sind keine besonderen Lagerungsbedingungen erforderlich.
Entsorgen Sie Arzneimittel niemals über das Abwasser (z. B. nicht über die Toilette oder das Waschbecken). Fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie das Arzneimittel zu entsorgen ist, wenn Sie es nicht mehr verwenden. Sie tragen damit zum Schutz der Umwelt bei. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.bfarm.de/arzneimittelentsorgung .
Was Tiaprid NIO enthält
Der Wirkstoff ist Tiaprid (als Hydrochlorid).
Jede Tablette enthält 200 mg Tiaprid (als Hydrochlorid).
Die sonstigen Bestandteile sind: Mannitol (Ph.Eur.) (E 421), mikrokristalline Cellulose (E 460), Magnesiumstearat (Ph.Eur.) [pflanzlich] (E 470b), Povidon K30 (E 1201), hochdisperses Siliciumdioxid (E 551)
Wie Tiaprid NIO aussieht und Inhalt der Packung
Tiaprid NIO Tabletten sind runde, weiße Tabletten mit einer Bruchkerbe auf beiden Seiten.
Die Tabletten sind in PVC/Aluminium-Blisterpackungen in einem Umkarton verpackt.
Packungsgrößen:
20, 50, 100 Tabletten
Es werden möglicherweise nicht alle Packungsgrößen in den Verkehr gebracht.
Pharmazeutischer Unternehmer
axunio Pharma GmbH
Van-der-Smissen-Straße 1
22767 Hamburg
Deutschland
Hersteller
allphamed Pharbil Arzneimittel GmbH
Hildebrandstraße 12
37081 Göttingen
Deutschland
Diese Packungsbeilage wurde zuletzt überarbeitet im Mai 2025.